Rohrschlosser / Industriemonteur: CV nach Normen prüfen
Lebensläufe von Rohrschlossern und Industriemonteuren (ISCO 7126) sind schwer zu bewerten, weil die entscheidenden Nachweise selten im CV stehen. Ein Kandidat schreibt „Rohrleitungsmontage, Druckleitungen, Schweißerfahrung“ — geprüft werden müsste aber, nach welcher Regel gearbeitet wurde: EN 13480 für metallische Industrierohrleitungen (Teil 5: Druckproben), PED 2014/68/EU für alles unter Druck, EN 1090 für Stahlmontage und EN ISO 9606, sofern selbst geschweißt wird.
Eine belastbare Prüfung vergleicht deshalb jede Aussage im CV mit dem passenden Dokument: Schweißerzeugnis mit Verfahren, Werkstoffgruppe, Dicke und Position, Druckprotokolle, Isometrien-/P&ID-Kenntnis, Höhen- und Enge-Raum-Nachweise. WorkerProof prüft jeden CV dreifach gegen diese offiziellen Normen und dokumentiert, was belegt ist und was nur behauptet wird — eine rechtliche Anerkennung von Qualifikationen ist damit nicht verbunden.
Was ein starker Lebenslauf enthalten muss
Der CV sollte benennen, nach welcher Norm die Rohrleitungen gefertigt und montiert wurden — EN 13480 für metallische Industrierohrleitungen, mit Bezug auf Teil 5 (Druckprüfung). Projektangaben ohne Normbezug bleiben unbewertbar.
Wer an druckführenden Systemen gearbeitet hat, sollte die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU (DGRL/PED) als rechtlichen Rahmen kennen. Bei Druckbehältern kommen zusätzlich EN 13445 bzw. ASME VIII ins Spiel.
Wird selbst geschweißt, gehört das Zeugnis mit Verfahren (z. B. WIG 141, MAG 135), Werkstoffgruppe nach ISO/TR 15608, Dicke und Position nach EN ISO 6947 (1G–6G) in die Unterlagen. Jedes Zeugnis gilt genau für das Geprüfte und muss verlängert werden.
Montage- und Konsolenarbeiten gehören unter EN 1090 mit Angabe der Ausführungsklasse EXC1–EXC4. Damit wird erkennbar, welche Werkstattdisziplin der Kandidat gewohnt ist.
Ein starker CV nennt konkret das selbstständige Lesen von Isometrien und P&ID sowie technischer Zeichnungen mit Schweißsymbolen nach EN ISO 2553. Dazu passen die ESCO-Kompetenzen Vermessungen von Teilen durchführen und Geometrie.
Erwartet werden Nachweise für Höhenarbeit und Arbeitsmittel im Rahmen der Richtlinie 2009/104/EG, für enge Räume sowie BOSIET bei Offshore-Einsätzen. Ergänzend zählen Druckprüfprotokolle als Belege echter Baustellenverantwortung.
⚠️ Warnsignale
Fragen an den Kandidaten
- 01Nach welcher Norm haben Sie Ihre Rohrleitungen gefertigt und montiert — EN 13480 — und wer hat die Druckprüfung nach Teil 5 dokumentiert?
- 02Welche Verfahren, Werkstoffgruppen (ISO/TR 15608), Dicken und Positionen (EN ISO 6947, z. B. 6G oder H-L045) deckt Ihr Zeugnis nach EN ISO 9606 ab, und bis wann ist es gültig?
- 03Haben Sie nach WPS gearbeitet (EN ISO 15609) und war das Verfahren per WPQR nach EN ISO 15614-1 qualifiziert — wer hat die WPS freigegeben?
- 04In welcher Ausführungsklasse nach EN 1090 (EXC1–EXC4) haben Sie Stahlbauteile montiert, und welche Zeichnungen — Isometrien, P&ID, Schweißsymbole nach EN ISO 2553 — haben Sie selbstständig gelesen?
- 05Welche Nachweise für Arbeitsmittel und Höhenarbeit im Sinne der Richtlinie 2009/104/EG, für enge Räume oder BOSIET können Sie vorlegen, und wann wurden sie ausgestellt?
Die offiziellen Normen hinter der Bewertung
WorkerProof prüft jeden Lebenslauf gegen diese verifizierte Matrix.
- EN 13480 (metallic industrial piping; -5 testing)
- PED 2014/68/EU (pressure equipment)
- EN 1090 (steel assembly)
- EN ISO 9606 (if welding)
- Isometrics & P&ID reading
- Pressure test records
- Heights / confined space / BOSIET certificates
Häufige Fragen
Welche Normen gelten für Rohrschlosser und Industriemonteure?
Zentral sind EN 13480 für metallische Industrierohrleitungen einschließlich Druckprüfung nach Teil 5 und die Druckgeräterichtlinie PED 2014/68/EU für alles unter Druck. Für Stahlmontage kommt EN 1090 mit den Ausführungsklassen EXC1–EXC4 hinzu, für eigene Schweißarbeiten EN ISO 9606.
Wie erkenne ich, ob ein Schweißerzeugnis zum Auftrag passt?
Ein Zeugnis nach EN ISO 9606 gilt genau für das Geprüfte: Verfahren (z. B. WIG 141, MAG 135), Werkstoffgruppe nach ISO/TR 15608, Dicke und Position nach EN ISO 6947. Prüfe deshalb, ob deine Baustelle innerhalb dieses Geltungsbereichs liegt und ob das Zeugnis verlängert wurde.
Was ist der Unterschied zwischen WPS und WPQR?
Die WPS nach EN ISO 15609 ist die Schweißanweisung mit Parametern, Werkstoffen und Positionen. Die WPQR nach EN ISO 15614-1 ist der geprüfte Nachweis, dass dieses Verfahren funktioniert — ernsthafte Fertigung schweißt nur nach qualifizierten Verfahren.
Muss ein Industriemonteur ZfP-Prüfungen selbst durchführen können?
Nein. Zerstörungsfreie Prüfungen wie VT (ISO 17637), PT (ISO 3452), MT (ISO 17638), RT (ISO 17636) und UT (ISO 17640) setzen eine Personalzertifizierung nach ISO 9712 je Verfahren und Stufe 1–3 voraus. Ohne dieses Zertifikat ist der Kandidat Ausführender, nicht Prüfer.
Was prüft WorkerProof genau — und was nicht?
WorkerProof vergleicht die Angaben im CV mit den vorgelegten Dokumenten und den einschlägigen Normen wie EN 13480, PED 2014/68/EU, EN 1090 und EN ISO 9606; jeder CV wird dreifach geprüft. Verifiziert werden Dokumente und Behauptungen — eine rechtliche Anerkennung von Qualifikationen erfolgt dadurch nicht.
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